Sulfite im Wein

Enthält Sulfite – Weinwissen Teil 1

Wir kennen es alle – dreht man die gute Flasche Wein um 180°, erscheint unten auf dem Etikett der verstörende Hinweis: enthält Sulfite. Aber was soll das bedeuten? Und ist das schädlich?

Grundsätzlich: nein. Schon seit der Antike wird Schwefeldioxid in der Weinherstellung als Konservierungsmittel eingesetzt. Dieser Stoff arbeitet sowohl in Weiß- als auch Rotweinen gegen alle Feinde, die dem guten Tropfen zu Leibe rücken wollen.

Schwefel wirkt antioxidativ, d.h. er hält Sauerstoff vom Wein fern und kämpft so dagegen an, dass der Wein kippt. Das Verhindern der Oxidation trägt auch zu einer längeren Haltbarkeit des Weines bei.

Die Sulfite haben obendrein antimikrobielle Vorzüge, d.h. unerwünschte Mikroorganismen (Bakterien, Pilze) die dem Geschmack des Weines schaden könnten, werden in Schach gehalten.

Gibt es Wein ohne Sulfite?

Nein! Schwefeldioxid ist ein natürliches Stoffwechselprodukt der Hefen, die im Wein für die alkoholische Gärung sorgen. Deshalb ist Schwefel in jedem Wein vorhanden, wenn auch in geringen Mengen von bis zu 30 Milligramm pro Liter. Um die oben genannten Vorteile (antioxidativ, antimikrobiell) richtig auszuschöpfen, geben die Winzer vor und nach der Gärung sowie vor Abfüllung des Weins in Flaschen zusätzlich Schwefel zum Rebensaft. Doch dank hoher Hygienestandards und Fortschritten im Weinkeller, die den Kontakt des Weines mit Sauerstoff minimiert haben, kann zunehmend weniger Schwefel im Produktionsprozess eingesetzt werden. So kommt es in den meisten Weinen im Mittel nur noch auf Schwefelkonzentrationen von etwa 100 bis 150 Milligramm pro Liter. Als Faustformel gilt: Je trockener der Wein ist, umso weniger Sulfite werden benötigt.

Sulfite im Wein – Ist das schlecht für mich?

Schwefel ist – je nach Menge – natürlich ein Gift. Ein gesunder Mensch reagiert allerdings erst ab rund 1.000 Milligramm Sulfit mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Rechnerisch heißt das, ab einem Genuss von über zehn Flaschen Wein wird es kritisch. Aber vermutlich dürften dann die Sulfite nicht mehr der Hauptgrund zur Besorgnis sein😊

Dass Sulfite im Wein für die leider manchmal auftretenden Kopfschmerzen am Folgetag verantwortlich sind, ist ein Märchen. Tatsächlich wirkt Schwefel im Wein dem Kopfschmerz entgegen, denn er bindet das Gärungsnebenprodukt Acetaldehyds, dem Kopfschmerzverursacher Nummer eins.

Beispiel gefällig? Der beliebte Federweißer ist so jung, dass er zum Genusszeitpunkt immer noch gärt und kaum Schwefel enthält. Kopfschmerzen am nächsten Morgen sind hier allerdings leider vorprogrammiert, einfach, weil in ihm zu viel ungebundenes Acetaldehyd vorkommt.

Warum müssen Sulfite auf dem Weinetikett angegeben werden?

Seit dem Jahr 2005 müssen sämtliche allergieverdächtigen Inhaltsstoffe, die in Lebensmitteln enthalten sind, auf der Verpackung gekennzeichnet werden. Dazu zählen auch Sulfite bzw. Schwefeldioxid, wenn sie in einer höheren Konzentration als 10 Milligramm pro Liter Wein enthalten sind. Dieser Hinweis dient den wenigen Personen, die an einer echten Schwefelallergie leiden und bereits auf kleinste Mengen mit Erbrechen, Atemnot und einem Absacken des Blutdrucks reagieren.

Fazit:

So beängstigend die Warnung „enthält Sulfite“ klingt, ist sie gar nicht. Wie so oft im Leben macht die Dosis das Gift. Bei einem verantwortungsvollen Konsum eines anständig produzierten Weines, egal ob weiß oder rot, muss uns das Schwefeldioxid darin keine Angst machen. Und wem jetzt nach einem regionalen Bio-Wein ist, darf gerne in unserem Shop vorbeischauen:-)

Viele Grüße,

Eure Margot

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